Kinderdorf
Der folgende Artikel ist inklusive der Bildmaterialien dem Anzeigenkurier vom 06.03.2002 entnommen. Autor Fr. Jacobs.
Zur wechselvollen Geschichte des Alt Rehser Gutsparkes gehört auch das Kapitel Kinderdorf. Es wurde im Dezember 1948 als Heimstatt für Kriegswaisen eingerichtet. In kleinen Familien begann für diese Kinder ein neues behütetes Leben. Eine Erzieherin, die Mutti genannt wurde, betreute an die acht Mädchen und Jungen. Während die Grundschüler die Dorfschule besuchten, wurden die größeren Klassen im Schloss des Parkes unterrichtet. Kriegswaisen und Dorfkinder drückten gemeinsam die Schulbank. Üblich war damals der Mehrstufenunterricht, das heißt, zwei Klassen waren in einem Raum untergebracht.
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Zu den Lehrern im
Kinderdorf Alt Rehse gehörten auch die heute 87-jährige Anneliese Ziemen sowie
der 70-jährige Günther Montkowski. Oft kommen sie auf die Erlebnisse und
Begebenheiten im Kinderdorf zu sprechen. „Ich kann mich noch gut an einige
Schüler erinnern. Neben dem Unterricht beschäftigten wir uns auch in der
Freizeit mit den Kindern, die sich für alles so dankbar zeigten. So waren die
Handarbeitsnachmittage sehr beliebt“, sagt Anneliese Ziemen, die einst die
Dorfschule in Alt Rehse leitete. Noch viele Jahre hatte sie Kontakt zu
ehemaligen Schülern des Kinderdorfes. Vor vier Jahren klopften zwei Brüder bei
ihr an die Tür, die aus Rostock angereist waren. Sie brachten zum Wiedersehen
noch Zeugnisse mit, die die Lehrerin vor Jahrzehnten unterzeichnet hatte.
1952 wurde das Kinderdorf in Alt Rehse aufgelöst und die Mädchen und die Jungen
fanden ein nächstes Zuhause in Schwerin. An den Abschied erinnert sich die Alt
Rehserin ungern, denn dabei gab es viele Tränen. In das Schloss im Park zog
danach für drei Jahre ein Lehrerbildungsseminar ein.
„Wir möchten gern wissen, was aus den Kindern von einst geworden ist. Auch über
ein Wiedersehen mit Lehrern und Mitarbeitern des Kinderdorfes würden wir uns
freuen“, sagt der Penzliner Günther Montkowski, der seine Lehrertätigkeit 1951
in Alt Rehse begann. Ehemalige Bewohner des Kinderdorfes sowie Mitarbeiter
können sich bei ihm unter folgender Adresse melden: Günther Montkowski, 17217
Penzlin, Neubrandenburger Chaussee 1 d. Vielleicht ergibt sich ein verspätetes
Klassentreffen.