rund um den Tollensesee
Die mecklenburgische
Landschaft ist geprägt von mehr als 1000 Seen. Einer der schönsten von ihnen
ist der 17 Quadratkilometer große Tollensesee. Er befindet sich im Osten
Mecklenburgs und ist das "grüne Herz" der am Nordufer gelegenen Stadt
Neubrandenburg. Sein Name leitet sich von dem Slawischen "dolenzia" (das
bedeutet Niederung) ab.
Das Tollensetal mit dem Tollensesee entstand in der letzten Eiszeit. Durch
Gletscherwanderung und Schmelze wurden die Talform des Tollensetales geprägt und
der Tollensesee sowie die Tollense gebildet. Nördlich des Tollensesees
verlandete das Tal im Verlauf des Holozäns und wurde zum Niedermoor ("Tollensewiesen").
Größtenteils wird der See über- und unterirdisch vom Ostufer her gespeist.
Sein Fischreichtum zog seit vielen Jahrhunderten die Slawischen Stämme an, um
sich an diesem See niederzulassen. Auch Ritter Herbort von Raven fand 1248 am
Nordufer einen perfekten Standort für sein "Neues Brandenburg". Die Fischerei
war neben dem Ackerbau eine Hauptnahrungsquelle der Neubrandenburger. Ein
besonderer Leckerbissen war seit jeher der Aal, der vor allem im 13. Jahrhundert
in der Fastenzeit ein bevorzugter "Ratsfisch" war.
Die Torpedoversuchsanstalt (TVA)
Geschichte:
In
der Zeit nach der Machtergreifung Hitlers erlebte die Aufrüstung vor
allem in Neubrandenburg eine gewaltige Zunahme. Es wurden
die heutige Tollensekaserne, die Luftwaffenkaserne "Fliegerhorst Trollenhagen",
einige Arbeits- und Konzentrationslager und nicht zuletzt die "Mechanischen
Werkstätten Neubrandenburg" errichtet. Zur Stärkung der Deutschen U-Bootflotte
begann man außerdem
zahlreiche Torpedotests durchzuführen. Zu diesem Zweck wurde 1942 ein für
damalige Zustände recht eindrucksvolles Bauwerk errichtet - die
Torpedoversuchsanstalt (TVA). Der Bau begann mit der Errichtung einer
künstlichen Insel in Spundbauweise. Darauf wurde dann die mehrstöckige
Kommandozentrale für den Abschuss und die Überwachung der Torpedotests erbaut.
Da Krieg herrschte, unterlag dieses Projekt strengster Geheimhaltung und die
Insel war
Sperrzone. Errichtet wurde der Bau größtenteils durch Kriegsgefangene, die total
von der Außenwelt abgeschottet waren. Als Zielobjekt für die Torpedotests wurde
die "Lumme", ein kleineres Schiff, genutzt. Selbstverständlich waren die
Testtorpedos entschärft und mit einem rot-weißen Farbanstrich gekennzeichnet.
Hauptsächlich wurden Torpedos vom Typ G7a und G7e getestet. Nach 1945 wurde das
Bauwerk gesprengt und eine grüne Insel im nördlichen Teil des Tollensesees (“Die
Trümmer”) ist übrig geblieben.

